Informatik - (was für) ein Fach!?

Was ist Informatik?
Peter Rechenberg
Johannes Kepler Universität Linz

Der Verfasser - Informatiker seit 50 Jahren - hat beobachtet, wie die Informatik sich seit ihren Anfängen gewandelt hat. Die Wissenschaft ist zu großen Teilen zur Technik, ihr zentrales Gerät - der Computer - ist von einer mathematischen Maschine zum Knoten in weltweiten Kommunikationsnetzen geworden. Das mathematische Modell der Turingmaschine hat seine Bedeutung eingebüßt. Die Anwendungen des Computers drängen seine Theorie und Technik immer mehr in den Hintergrund. Das führt nicht nur zu einer Neubestimmung der Informatik, sondern auch zu einer Besinnung darüber, was die Grundgedanken der Informatik, ihre Kernideen, sind.
Die Feier des vierzigjährigen Bestehens des Informatik-Studiums an österreichischen Hochschulen mag ein würdiger Anlaß sein, sich über die Frage „Was ist Informatik?“ zu äußern. Die Antwort ist aus
mehreren Gründen nicht einfach, denn die Informatik hat sich von ihren Anfängen bis heute i
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Informatikunterricht zur Vermittlung allgemeiner Bildungswerte
Roland Mittermeir
Alpen-Adria-Universität Klagenfurt

Als Informatikunterricht vor 25 Jahren in Österreich eingeführt wurde standen hehre Bildungsziele, die Vorbereitung junger Menschen auf die „Informationsgeneration“, im Vordergrund. Im Lauf der letzten Jahre traten, vor allem im Informatikpflichtunterricht an Allgemeinbildenden Höheren Schulen (AHS), diese Bildungsziele gegen Anwen-dungskompetenzen zurück.
Diese Arbeit zeigt, dass der Informatikunterricht auch heute noch Bildungswerte vermitteln kann, die an jene Bildungsziele anschließen, welche bei seiner Einrichtung angestrebt wurden. Einige davon werden hier vorgestellt. Allerdings sind diese nur erreichbar, wenn auch die Lehrerschaft in der Lage ist, in die Materie „Informatik“ einzudringen und unter dem Begriff Informatik nicht lediglich Elemente der IKT unterrichtet.
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Medienbildung auf der Überholspur. Ein Ersatz für die informatische Bildung?
Anton Reiter
Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur, Präs./IT

Initiativen wie das erst im März 2009 in Deutschland veröffentlichte und inzwischen von bedeutenden Persönlichkeiten unterschriebene „Medienpädagogische Manifest – Keine Bildung ohne Medien!“, um-fassende Studien, Empfehlungen und Rechtsakte der Europäischen Kommission zur „Media Literacy“ und beispielsweise auch das „Dossier Medienkompetenz“ für den Lehrplan der Volksschule des Kantons Zürich machen deutlich, dass die bisher im Schulbereich (nicht nur in Österreich) zumeist nur als Unterrichtsprinzip verankerte Mediener-ziehung einen neuen Stellenwert bekommen könnte und die Eigenständigkeit der informatischen Bildung, wie dies in den Empfehlungen der Gesellschaft für Informatik aus den späten 1990er Jahren gefordert wird, in Frage gestellt und sie mit der Medienbildung verwoben werden könnte. Der folgende Beitrag versucht, ausgehend von einer Vergegenwärtigung der Bedeutung der (
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IniK – Versuch einer Begriffsbestimmung
Dieter Engbring
Universität Paderborn und Gesamtschule Paderborn-Elsen
Arno Pasternak
Technische Universität Dortmund und Fritz-Steinhoff-Gesamtschule Hagen

Vor gut zwei Jahren ist ein Konzept mit der Überschrift "Informatik im Kontext"' (kurz IniK) vorgelegt worden, das im Wesentlichen aus einer Sammlung von Unterrichtsbeispielen besteht, die auf einer zugehörigen Webseite versammelt sind . Es handelt sich um ein Konzept, dass nicht nur mit unseren Intentionen zum Informatikunterricht im Einklang steht, sondern auch zu dem passt, was in den Didaktiken der Naturwissenschaften (Biologie, Chemie und Physik) in den letzten Jahren postuliert worden ist. Dennoch haben wir zu dem, was bislang vor-liegt, kritische Anmerkungen. Vor allem fehlt ein konzeptioneller Überbau für die Unterrichtseinheiten, die unter der Überschrift „Informatik im Kontext“ versammelt sind. Einen solchen konzeptionellen Überbau werden wir skizzieren, in dem wir Kriterien benennen, die der Gefahr entgegen
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Aktuelle Probleme der Schulinformatik
Thorsten Jarz
Pädagogische Hochschule Steiermark

Zurzeit gibt es in der Schulinformatik in Österreich aus meiner Sicht drei große Problemfelder. Eines betrifft den nicht zentral verordneten Informatikunterricht im Pflichtschulbereich, ein weiteres bezieht sich auf die fehlende Kompetenz vieler Lehrenden im Bereich der neuen Medien. Das dritte Problem betrifft den Informatikunterricht in der AHS-Oberstufe. In diesem Artikel werden die einzelnen Problemfelder umrissen und Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt.
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Bemerkungen zur Fachdidaktik Informatik
Hans-Stefan SILLER, Karl FUCHS
Universität Salzburg

Prolog
Das Schulfach Informatik wurde 1985 an den AHS als reguläres Unterrichtsfach eingeführt. Betrachtet man rückblickend den Zeithorizont eines Vierteljahrhunderts mit anderen Unterrichtsfächern, ist das vergleichsweise wenig. Trotzdem hat es das Unterrichtsfach Informatik in dieser kurzen Zeit geschafft, sich zumindest in der 9. Jahrgangsstufe als eigenständiges Schulfach zu legitimieren. Es hat auch die Oberstufenreform im Jahre 2003 „überlebt“ und ist mit zwei Wochenstunden im Pflichtfächerkanon fix verankert. Es wäre interessant zu wissen, wie es zu dieser schulpolitischen Entscheidung kam und wer letztendlich dafür verantwortlich ist.
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Informatik, einfach ein Fach!?
Ludger Humbert
Bergische Universiät Wuppertal

Der Argumente sind genug gewechselt – es ist an der Zeit, eine konstruktive Perspektive der Praxis des Informatikunterrichts zu entwickeln. Eine Bestandsaufnahme des Informatikunterrichts im deutschsprachigen Raum macht deutlich, dass es keine Übereinstimmung bei den für die Informatische Allgemeinbildung zu erreichenden Kompetenzen gibt. Die fachdidaktische Linie zeigt partielle Zuwendungen zu nicht gymnasialen Bildungsgängen. In den der allgemeinen Bildung zuzurechnenden Umsetzungen einer Informatischen Allgemeinbildung entfaltet sich eine schier unglaubliche Vielfalt an Methoden und Inhalten – einzig der Einsatz von Informatikmitteln erfolgt durchgängig. Daher stellt sich – von außen betrachtet – die Frage: Ist das Schulfach Informatik ein »Nice to have« oder mehr . . . ?
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Archiv bis 2010
www.schulinformatik.at