Vorbemerkungen

Warum reicht nicht der Lehrplan?
Lehrplan für das Wahlpflichfach Informatik.
Die Inhaltsbereiche stellen sich - nach einer kurzen Präambel - folgendermaßen dar:

  • Grundprinzipien der Informationsverarbeitung
  • Konzepte von Betriebssystemen
  • Aufbau und Funktionsweise von Netzwerken
  • Datenbanken
  • Lern- und Arbeitsorganisation
  • Konzepte von Programmiersprachen
  • Künstliche Intelligenz
  • Erweiterung der theoretischen und technischen Grundlagen der Informatik
  • Grundlegende Algorithmen und Datenstrukturen
  • Informatik, Gesellschaft und Arbeitswelt
  • Rechtsfragen

Dieser Lehrstoff aus dem Jahr 2004 ist die dzt. gültige gesetzliche Grundlage, auf der auch das Kompetenzmodell aufbauen soll und muss.

Alle diese Inhalte finden sich im vorliegenden Kompetenzmodell wieder und Zuordnungen bei den Aufgaben können leicht hergestellt werden, da obige Aufzählung einen genügend hohen Abstraktionsgrad aufweist.

 

Wichtige Informationen

 

Mit 1.1.2012 tritt die neue Reifeprüfungsverordnung für die AHS in Kraft und wird in den meisten AHS mit dem Haupttermin 2014 Anwendung finden (Ausnahmen: Werkschulheim und Realgymnasium sowie ORG unter besonderer Berücksichtigung der musischen Ausbildung für Studierende der Musik mit Haupttermin 2015).

Um Lehrerinnen und Lehrer bei der Zusammenstellung von lernzielorientierten Themenbereichen eine Richtlinie zu geben und bei der Gestaltung kompetenzorientierten Aufgaben zu unterstützen, wurde vom bmukk eine Arbeitsgruppe mit dem Auftrag eingerichtet, einen Leitfaden für die neue mündliche Reifeprüfung in Informatik an AHS zu erarbeiten. Ziel dieser Handreichung ist es, Lehrerinnen und Lehrer bei der Vorbereitung der Themen und Aufgaben für die Reifeprüfung zu unterstützen.

 

Wer darf Informatik zur mündlichen Reifeprüfung wählen?

Zur mündlichen Reifeprüfung in Informatik dürfen Schülerinnen und Schüler antreten, die einen mindestens 6-stündigen Wahlpflichtgegenstand Informatik gewählt und positiv abgeschlossen haben.

 

Welche Themenbereiche und Aufgaben kommen zur mündlichen Reifeprüfung in Informatik?

Wie für die anderen Wahlpflichtgegenstände gilt auch für den Wahlpflichtgegenstand Informatik, dass die Themen von der jeweiligen Lehrkraft erstellt und durch die (Fach-)-Lehrerinnen- und Lehrerkonferenz bis spätestens Ende November der letzten Schulstufe beschlossen werden. Die Anzahl der Themenbereiche sind für sechsstündige Informatik 12 und für achtstündige Informatik 16.

Zu jedem Thema sind mindestens 2 kompetenzorientierte Aufgabenstellungen vorzubereiten.

Nach den Erläuterungen zum Entwurf der neuen RPVO vom Jänner 2012 bedeutet Kompetenzorientierung, dass jede Aufgabenstellung folgende Aspekte beinhalten muss:

  • einen Reproduktionsaspekt
  • einen Transferaspekt
  •  einen Reflexions- und Problemlöseaspekt

Die Inhalte werden durch den Lehrplan für den Wahlpflichtgegenstand Informatik festgelegt. Um die Verknüpfung von Handlungsdimension und Inhaltsdimension zu verdeutlichen, hat die Arbeitsgruppe ein Kompetenzmodell erarbeitet, das in dieser Handreichung beschrieben wird.

Die Handlungsdimension wurde in die Bereiche

  • Wissen und Verstehen (Reproduktionsaspekt)
  • Anwenden und Gestalten (Transfer- und Problemlösungsaspekt)
  • Reflektieren und Bewerten (Reflexionsaspekt)

gegliedert

 

Die Inhaltsdimension besteht aus den Hauptkategorien

  •  Informationstechnologie, Mensch und Gesellschaft
  • Informatiksysteme
  • Angewandte Informatik
  • Praktische Informatik

In den Schnittpunkten von Handlungs- und Inhaltsbereichen geben Deskriptoren die von den Schülerinnen und Schülern erwarteten Leistungen an.

Die Aufgabenstellungen sollen Leistungen von Schülerinnen und Schülern in möglichst allen Handlungsbereichen fordern und werden  aus mehreren Teilen bestehen.

Die Zuordnung der Teilaufgaben zu diesen Handlungsbereichen soll klar erkennbar sein. Inhaltlich können die Themen und Aufgabenstellungen in einem Inhaltsbereich liegen oder mehrere Inhaltsbereiche umfassen. Exemplarisch wurden von den Mitgliedern der Arbeitsgruppe einige Themen mit den jeweiligen Aufgabenstellungen ausgearbeitet.

 

Wie sieht der Technologieeinsatz aus?

Bei den meisten Aufgabenstellungen wird der Einsatz von Informationstechnologie (Computer, Netzwerk, Peripheriegeräte, Software) vorgesehen sein. Dabei ist dafür zu sorgen, dass den Schülerinnen und Schülern die ihnen gewohnte Technologie zur Verfügung steht.

Die Kandidatin oder der Kandidat hat mindestens 20 Minuten Zeit um sich auf die Prüfung vorzubereiten. Gegebenenfalls (Technologieeinsatz) wird es notwendig sein, mehr Vorbereitungszeit einzuplanen.

 

Wie läuft die Prüfung ab?

Die Vorsitzende oder der Vorsitzende der Reifeprüfungskommission legt der Prüfungskandidatin oder dem Prüfungskandidaten alle Themenbereiche vor. Die Kandidatin oder der Kandidat wählt zufällig zwei Themenbereiche aus.. Von den gezogenen Themenbereichen wird einer zur Prüfung gewählt. Die Prüferin oder der Prüfer legt eine der Aufgabenstellungen des Themas vor.

 

Wie verbindlich ist dieser Leitfaden?

Dieser Leitfaden stellt eine Empfehlung dar und wird von der Schulaufsicht Österreichs als Grundlage für die mündliche Reifeprüfung in Informatik gesehen.

Archiv bis 2010
www.schulinformatik.at